Renault, ein Autobauer im Dienste der Feuerwehr

Sicherheit ist der wohl wichtigste Faktor im Strassenverkehr, wobei die rasante technische Entwicklung der Fahrzeuge und die zunehmende Zahl von Elektrofahrzeugen auch die Rettungs- und Bergungsteams vor neue Herausforderungen stellen. Das Thema nimmt bei Renault im Rahmen der Verkehrssicherheit einen zentralen Stellenwert ein, was sich in einer ebenso konkreten wie pragmatischen Umsetzung zeigt – von der Fahrzeugentwicklung bis zur Zusammenarbeit mit den Feuerwehren. Ein Beispiel: Im Oktober dieses Jahres fand in Montheron (bei Lausanne) eine nationale Schulung für die Spezialisten der Feuerwehren aus der ganzen Schweiz statt – organisiert vom Schweizerischen Feuerwehrverband, dem Schutz- und Rettungsdienst der Stadt Lausanne (SPSL) und Renault.

Auto ist nicht gleich Auto: Das gilt auch bei der Bergung von Personen aus einem Fahrzeug heraus oder beim Löschen eines Fahrzeugbrandes. Die neuen Technologien und insbesondere die Elektro- oder Hybrid-Fahrzeuge mit ihren Hochspannungsbatterien erfordern von den Bergungs- und Rettungskräften ein spezifisches Know-how, um effizient zu löschen und zu bergen.

Als Pionier der modernen Elektromobilität erkannte Renault diese neue Herausforderung schon früh. Parallel zur Einführung der 100 % elektrisch betriebenen Fahrzeuge – vom Kangoo Z.E. über den ZOE bis Twizy und zur neusten Einführung, dem Master Z.E. – baute das Unternehmen die Kompetenz und das nötige Know-how auf, um sowohl die Personen im Fahrzeug wie auch die Rettungskräfte im Falle einer Kollision oder bei einem Brand keinem zusätzlichen Risiko auszusetzen.

Mit dieser Thematik beschäftigen sich unter anderem Claire Petit Boulanger, Expertin für die tertiäre Sicherheit bei Renault, und Lieutenant-Colonel Christophe Lenglos, Berufsfeuerwehrmann im Departement Yvelines (Frankreich) und seit 2018 als Technischer Berater für Noteinsätze auf Fahrzeuge entsandt. 

Claire Petit Boulanger: «Wir stehen den Feuerwehren und Rettungsteams in ganz Europa zur Verfügung, um unsere Erfahrungen und die Expertise, die wir in den vergangenen Jahren rund um die Elektromobilität erarbeiten konnten, ganz konkret weiterzugeben. Zu diesem Zweck stellen wir den Feuerwehren neuere Fahrzeuge zur Verfügung, die zu Schulungszwecken zerstört werden.»

So geschehen auch am vergangenen 17. und 18. Oktober in Montheron bei Lausanne. Rund 70 Spezialisten der Feuerwehren aus der ganzen Schweiz nahmen an einer Schulung zur sicheren und effizienten Bergung aus Elektrofahrzeugen teil. 

Unter Leitung und Anleitung von Spezialisten der Berufsfeuerwehr Lausanne lernten und übten die Teilnehmer das richtige Vorgehen beim Löschen eines Elektrofahrzeugs. Anhand eines von Renault vorbereiteten ZOE konnten die Spezialisten das Innere eines modernen Elektrofahrzeugs praktisch erklären. In einem weiteren Workshop übten die Teilnehmer das Aufschneiden und Bergen von Insassen aus Unfallfahrzeugen, wobei ebenfalls Schulungsfahrzeuge von Renault – Clio IV, Mégane IV, Scénic IV et Captur – eingesetzt wurden.

Im Rahmen einer Partnerschaft zwischen der Renault Gruppe und der französischen Feuerwehr wurde seit 2018 zudem ein professioneller Feuerwehr-Offizier als ständiger Berater für tertiäre Sicherheit sowohl für die Entwickler im Hause als auch für Feuerwehren zu Renault entsandt. Natürlich war er an dieser Schulung ebenfalls anwesend. Lieutenant-Colonel Christophe Lenglos: «Wir begrüssen es sehr, dass Renault bei den Innovationen den Fokus nicht nur auf die Sicherheit der Kunden legt, sondern auch diejenige der Rettungs- und Feuerwehrleute bereits in der Fahrzeugentwicklung mit einbezieht.»

Eine der Lösungen beispielsweise erklärt Christophe Lenglos am ZOE: «Es ist bekannt, dass sich brennende Lithium-Ionen-Batterien nur mit Wasser löschen lassen. Oft aber haben die Löschmannschaften keinen Zugang zur Batterie. Renault löste dies im ZOE mit einer normalerweise geschlossenen Öffnung, die sich bei hohen Temperaturen öffnet und die Zufuhr von Löschwasser ermöglicht.»

Sicherheit für alle
Die Sicherheit nimmt bei Renault in jeder Phase der Fahrzeugentwicklung einen zentralen Stellenwert ein, sei es in Bezug auf die passive Sicherheit (Schutz von Fahrer und Passagieren durch innovative Systeme) oder bei der aktiven Sicherheit (Verhindern einer Kollision durch frühzeitiges Erkennen von gefährlichen Situationen und ein eventuelles Eingreifen über Assistenzsysteme). Hinzu kommen die Sensibilisierung der Automobilisten für das sichere Fahren und – natürlich – die Vorkehrungen für eine optimale Rettung.

Claire Petit Boulanger: «Die Grundlage dafür legt Renault schon bei der Entwicklung der Fahrzeuge, um die technischen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Rettung zu schaffen. Dabei nehmen auch die Rückmeldungen der Feuerwehren einen wichtigen Stellenwert ein. Hinzu kommen proaktive Schulungen der Feuerwehren, wie auch die Verfügbarkeit von Übungsfahrzeugen und -materialien. Allein im Jahr 2017 wurden europaweit 700 Fahrzeuge der Marken Renault und Dacia zu diesem Zweck eingesetzt.»

Walter Pfammatter, als stellvertretender Direktor des Schweizer Feuerwehrbands SFV und Chefredaktor von 118 swissfire.ch Mitorganisator dieser Schulung, doppelt nach: «Für die Spezialisten bei den Feuerwehren ist die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehrverband, SPSL und Renault äusserst wertvoll. Wir können hier eine gemeinsame Kompetenz aufbauen und Erfahrungen austauschen, von denen letzten Endes alle profitieren. Vor allem aber tragen der Dialog und der Austausch dazu bei, dass die Rettung und Bergung effizient und mit einem höheren Mass an Sicherheit erfolgen – und das ist das Wichtigste für uns.»

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